Solitär-Strategie: So gewinnen Sie öfter
Eine gute Solitär-Strategie beginnt vor jedem Zug mit derselben Frage: Welche verdeckte Karte kann ich jetzt freilegen? Die folgenden Tipps bauen darauf auf. Sie gelten für das klassische Klondike, so wie es bei uns gespielt wird, und jeder lässt sich an einer Partie nachprüfen.
Inhalt
- Asse und Zweien sofort auf die Zielstapel
- Verdeckte Karten haben Vorrang
- Leere Reihen nur mit König im Blick
- Beide Farben im Blick behalten
- Zielstapel mit Bedacht
- Folgen nicht ohne Grund verschieben
- Den Talon richtig nutzen
- Rückgängig, Tipp und Nochmal richtig einsetzen
- Häufige Fehler
- Strategie in anderen Patiencen
- Häufige Fragen
Wenn Sie die Grundregeln noch nicht sicher kennen, lesen Sie zuerst die Solitär-Regeln mit Aufbau und erlaubten Zügen. Zum Ausprobieren öffnen Sie nebenbei eine Partie Solitär mit einer Karte.
Asse und Zweien sofort auf die Zielstapel
Ein Ass auf einer Reihe nützt Ihnen nichts, denn es gibt keine niedrigere Karte, die darauf passen würde. Es blockiert nur die Karte unter ihm. Eine Zwei auf einer Reihe könnte höchstens ein Ass aufnehmen, und Asse gehören ohnehin auf die Zielstapel. Deshalb gilt: Asse und Zweien legen Sie ohne Zögern ab, sobald es geht.
Verdeckte Karten haben Vorrang
Solange Karten verdeckt liegen, wissen Sie nicht, was kommt. Jede aufgedeckte Karte bringt neue Möglichkeiten. Wenn Sie zwischen mehreren Zügen wählen, nehmen Sie den, der eine verdeckte Karte freilegt.
Gibt es mehrere solcher Züge, lohnt sich meist die Reihe mit den meisten verdeckten Karten. Zu Beginn liegen in der siebten Reihe sechs verdeckte Karten, in der zweiten nur eine. Wer die langen Reihen früh angeht, hat später mehr Spielraum.
Ein Beispiel: Auf eine Pik 9 passen eine Herz 8 aus der dritten Reihe und eine Karo 8 aus der sechsten Reihe. Unter der Karo 8 liegen noch vier verdeckte Karten, unter der Herz 8 nur eine. Nehmen Sie die Karo 8.
Leere Reihen nur mit König im Blick
In eine leere Reihe darf nur ein König oder eine Folge, die mit einem König beginnt. Eine leere Reihe ist deshalb nur dann wertvoll, wenn ein König bereitsteht, der dort etwas bewirkt. Räumen Sie eine Reihe also nicht einfach leer, weil es gerade geht.
Welcher König ist der richtige? Der, unter dem noch verdeckte Karten liegen. Verschieben Sie ihn in die leere Reihe, wird darunter eine Karte frei. Einen König, der schon ganz unten in einer Reihe liegt, in eine andere leere Reihe zu legen, bringt dagegen nichts.
Beide Farben im Blick behalten
Von jedem Rang gibt es zwei rote und zwei schwarze Karten. Eine rote 8 braucht eine schwarze 9 als Platz, und davon gibt es nur zwei. Liegen beide schwarzen Neunen unter anderen Karten fest oder schon auf den Zielstapeln, finden rote Achten auf den Reihen keinen Platz mehr.
Das hilft bei der Wahl des Königs für eine leere Reihe. Wartet zum Beispiel eine Herz Dame in der Ablage auf einen Platz, legen Sie einen schwarzen König in die leere Reihe, also Kreuz oder Pik. Ein roter König würde der Dame nichts nützen.
Zielstapel mit Bedacht
Höhere Karten wandern nicht immer sofort auf die Zielstapel. Auf den Reihen dient jede Karte als Platz für eine Karte, die einen Rang tiefer ist und die Gegenfarbe hat: rot auf schwarz, schwarz auf rot. Eine Herz 5 kann zum Beispiel eine Kreuz 4 oder eine Pik 4 aufnehmen.
Faustregel: Eine Karte kann bedenkenlos auf den Zielstapel, wenn beide Karten mit dem nächstniedrigeren Rang in der Gegenfarbe schon dort liegen. Die Herz 5 also, sobald Kreuz 4 und Pik 4 abgelegt sind.
Das heißt nicht, dass Sie höhere Karten nie früh ablegen sollten. Manchmal legt genau das eine verdeckte Karte frei. Und bei uns dürfen Sie die oberste Karte eines Zielstapels wieder auf eine Reihe zurücklegen, wenn Sie dort einen Platz brauchen.
Folgen nicht ohne Grund verschieben
Eine Folge von einer Reihe auf eine andere zu schieben, lohnt sich nur, wenn dadurch etwas passiert: Eine verdeckte Karte wird frei, eine Reihe wird leer für einen König, oder eine Karte darunter kann weiterziehen. Sonst ändern Sie nur die Lage, nicht Ihre Möglichkeiten.
Denken Sie auch daran, dass Sie Folgen teilen dürfen. Brauchen Sie nur einen Teil einer langen Folge, greifen Sie an der passenden Karte: Dann nehmen Sie diese Karte mit allen Karten mit, die auf ihr liegen.
Den Talon richtig nutzen
Beim Ziehen einer Karte
Beim Ziehen einer Karte kommt in jedem Durchgang jede Karte des Talons einmal oben auf die Ablage. Weil Sie den Talon bei uns beliebig oft durchgehen dürfen, verlieren Sie keine Karte, wenn Sie sie erst einmal liegen lassen. Schauen Sie trotzdem zuerst auf die Reihen: Züge dort decken Karten auf, der Talon liefert nur Nachschub.
Beim Ziehen von drei Karten
Beim Ziehen von drei Karten ist nur jede dritte Karte direkt erreichbar. Solange Sie nichts aus der Ablage spielen, bleiben die Dreiergruppen im nächsten Durchgang gleich. Jede Karte, die Sie aus der Ablage spielen, verschiebt die Gruppen dahinter um eine Stelle. Wie Sie das gezielt nutzen, lesen Sie beim Solitär mit 3 Karten und seiner eigenen Strategie.
Rückgängig, Tipp und Nochmal richtig einsetzen
„Rückgängig“ ist bei uns unbegrenzt und ohne Strafe. Nutzen Sie es, um zwei Wege zu vergleichen: Welcher König in die leere Reihe? Welche Karte zuerst aus der Ablage? Spielen Sie einen Weg ein paar Züge weit, gehen Sie zurück und probieren Sie den anderen.
„Tipp“ zeigt einen sinnvollen Zug, ein weiteres Antippen den nächsten. So sehen Sie, welche Möglichkeiten Sie übersehen haben. Erscheint „Kein sinnvoller Zug gefunden“, lohnt sich ein Blick zurück: Vielleicht war ein früherer Zug die falsche Wahl.
Mit „Nochmal“ starten Sie dieselbe Verteilung von vorn. Das ist die beste Übung, denn Sie kennen die Karten und können einen neuen Plan ausprobieren. Auch das Tagesspiel eignet sich gut zum Üben: Es ist garantiert lösbar. Wenn Sie festhängen, wissen Sie also, dass es einen Weg gibt.
Häufige Fehler
- Nur auf den Talon schauen. Die meisten verdeckten Karten liegen auf den Reihen. Dort entscheidet sich die Partie.
- Eine Reihe leeren, ohne König. Dann bleibt sie leer, bis ein König auftaucht.
- Den falschen König wählen. Ein König ohne verdeckte Karten darunter oder in der falschen Farbe verschenkt die leere Reihe.
- Alles sofort ablegen. Hohe Karten auf den Zielstapeln fehlen später vielleicht als Platz auf den Reihen.
- Nach einem Fehler neu beginnen. Mit „Rückgängig“ gehen Sie einfach so weit zurück, wie nötig.
Strategie in anderen Patiencen
Manche Grundsätze gelten auch anderswo, aber jede Patience hat eigene Schwerpunkte. Beim Spider Solitär darf jede Karte in eine leere Reihe, das macht leere Reihen dort besonders wertvoll. Außerdem lassen sich nur Folgen in derselben Farbe gemeinsam verschieben, deshalb lohnt es sich, gleichfarbig zu bauen, wo es geht. Bei FreeCell liegen alle Karten offen. Dort sind die vier freien Zellen Ihre wichtigste Reserve: Jede belegte Zelle schränkt ein, wie viele Karten Sie auf einmal verschieben können.
Häufige Fragen
Kann man jedes Solitär-Spiel gewinnen?
Nein. Manche Verteilungen sind nicht lösbar, egal wie gut Sie spielen. Das Tagesspiel ist bei uns aber vorab von einem Lösungsprogramm geprüft und garantiert lösbar, beim Ziehen von einer wie von drei Karten.
Was ist der beste erste Zug beim Solitär?
Legen Sie offene Asse und Zweien auf die Zielstapel. Danach sind die Züge am wertvollsten, die eine verdeckte Karte freilegen, vor allem in den Reihen mit den meisten verdeckten Karten.
Soll man Karten sofort auf die Zielstapel legen?
Asse und Zweien ja. Bei höheren Karten lohnt ein kurzer Blick: Eine Karte kann bedenkenlos hinauf, wenn beide Karten mit dem nächstniedrigeren Rang in der Gegenfarbe schon auf den Zielstapeln liegen, bei einer roten 5 also beide schwarzen Vieren. Sonst brauchen Sie sie vielleicht noch als Platz auf den Reihen.
Wann sollte man eine Reihe leer räumen?
Wenn ein König bereitsteht, der dort etwas bewirkt, zum Beispiel weil unter ihm verdeckte Karten liegen. In eine leere Reihe darf nur ein König. Ohne passenden König bringt sie Ihnen nichts.
Ist Solitär mit 3 Karten schwieriger?
Ja. Beim Ziehen von drei Karten erreichen Sie in einem Durchgang nicht jede Karte des Talons. Die Planung wird wichtiger, vor allem die Frage, welche Karte Sie aus der Ablage spielen.
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Aktualisiert am 30. September 2026